Unsichtbare Generationen
Nationales Debüt im Theater Zandonai von Rovereto am 16. November um 20.45 Uhr
"Wir waren dumm. Nicht nur wir, wir sind hier um die Probleme unserer Krankheit mitzuteilen, ich sage wir alte Menschen, Erwachsene im Allgemeinen
Wir waren dumm. Ich weiß nicht ihr, aber mein Mann und ich, wir haben vieles durchgemacht um unseren Kindern eine Zukunft zu geben; das Haus, das gute Essen auf dem Tisch, das Studium, die Sonntage zusammen. Und sie haben unseren Weg gefolgt und noch besser gemacht. Die Ferien, das Auto, Weihnachten voller Geschenke, man sprach über das Sparen! Immer neue Kleider, die Arbeit, welche eigentlich nie fehlte. Ich blättere mein Familienalbum, man sagt es ist gut für die Krankheit unsere Vergangenheit in chronologischer Reihenfolge zurückverfolgen, ja ich schaue es mir an und denke: wir haben es gut gehabt! Sicher gab es Probleme, die fehlen nie, aber uns ging es gut, es gab Vertrauen, es gab ich weiss nicht, den Willen und die Lust morgens aufzustehen, so war es
Und was ist dann passiert? Warum haben unsere Enkel nicht genau so gemacht? Wann hat alles aufgehört? Und erzählt mir nicht, dass wir sie zu gut aufgewachsen haben, dass ich meinen Kindern und meinen Enkeln ein Paar Ohfeigen gegeben habe. Und sagt mir bitte nicht, dass wir nicht für unsere Rechte gekämpft haben, weil wir in diesen Jahren ganz viel Politik gegessen haben
Wir haben zu viel gelacht. Wir haben vergessen, Nein zu sagen. Wir haben uns entspannt. Ich kann es nicht verstehen. Ich kann nur denken, dass wir dumm waren, denn während wir glücklich waren - einige mehr und einige weniger - haben wir das Wichtigste verloren, das einzige, was zählt: die Zukunft
Meine Enkel haben Angst. Sie stellen sich Fragen: Wer bin ich? Wie mache ich das? Lohnt es sich? Und sie sind wütend auf uns, auf sich selbst ... Man hört solche Sachen in den Nachrichten ...
Meine Altenpflegerin sagt, dass wir eine Aufgabe haben müssen, etwas zu tun um immer beschäftigt zu sein und uns nicht von dieser Krankheit fressen zu lassen. So, jetzt habe ich eine Aufgabe. Ich möchte die Zukunft wiedererlangen und es meinen Enkelkindern geben
Danke"
Monolog von der Großmutter Paola, aus “Unsichtige Generationen” geschrieben von Carolina De La Calle Casanova
SAVE THE DATE
Unsichtige Generationen
Am 16. November um 20.45 Uhr
im Thetaer Zandonai von Rovereto
Eintrittskosten
5,00 € - Reservierungen: www.primiallaprima.it
06.11.2017